Deutsch – Anfangsunterricht nach der Methode „Leseschlau“

Im Anfangsunterricht Deutsch verwenden wir das Lese- und Schreibmittel „Leseschlau“, das auf eine intensive Lautschulung setzt. Der Vorteil dieser Methode liegt einerseits in der intensiven Auseinandersetzung mit der Lautschulung, anderseits sind Kinder, die schon lesen können nicht unterfordert, sondern lernen eine neue Methode des Lesens kennen und trainieren die Lautschulung.

Erläuterungen zur Methode:

Am Anfang des Lehrgangs stehen die Sprechbewegungsbilder, welche die Mundstellungen der verschiedenen Sprechlaute darstellen und so den Kindern ein Bewusstsein der eigenen Sprechbewegung vermitteln.

Was sind Sprechbewegungsbilder?

Sprechbewegungsbilder sind Tafeln, auf welchen in leicht stilisierter Weise die Mundstellung zu den deutschen Sprechlauten abgebildet ist. Die Kinder ahmen diese Sprechbewegungen nach und lernen so die verschiedenen Laute kennen. Die Bilder sind absichtlich eher wenig ansprechend gestaltet, um die Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Mundstellung zu lenken.

Wenn die Kinder die Mundstellung genau nachahmen, merken sie schnell, dass eigentlich nur ein Laut herauskommen kann. Sie trainieren so die exakte Lautbildung und das genaue Hören.

 

Die Kinder lernen also, auf die einzelnen Sprechlaute zu achten, sie aus den gesprochenen Wörtern herauszuhören, sie zu unterscheiden und die Lautfolge in Wörtern zusammenhängend zu sprechen.

Durch die Sensibilisierung im Lautbereich erlernen die Kinder eine sehr deutliche Aussprache.

Die einzelnen Laute werden über verschiedene Kanäle wahrgenommen. Die Kinder sehen auf der Tafel, wie der Laut gebildet wird, und sie können beim Aussprechen eines Lautes mit einem Spiegel ihre eigene Mundstellung betrachten. Das genaue Hinhören und das deutliche Aussprechen ist bei dieser Methode von zentraler Bedeutung.

Der Lese- Schreiblehrgang geht nicht von den Buchstaben aus, sondern von der gesprochenen Sprache. So wird eine sichere Hör-Sprech-Grundlage für das Lesen auf der einen Seite und für das Schreiben auf der anderen Seite gelegt.

Der Lese- Schreiblehrgang „Leseschlau“ erfolgt in drei Phasen.

Phase 1: Arbeit mit den Lauttafeln

In der ersten Phase wird, wie bereits beschrieben, mit Hilfe der Lauttafeln phonologische Bewusstheit geschaffen, d.h. die Kinder üben das genaue Heraushören und das deutliche Aussprechen der einzelnen Laute. In den ersten sieben bis acht Wochen arbeiten die Kinder ausschließlich lautierend an der Durchgliederung von Wörtern. Noch ganz ohne Buchstaben werden den Kindern die gesprochenen Sprache und die einzelnen Sprechlaute bewusst gemacht.

Phase 2: Übergang zu den Buchstaben

Nach sieben bis acht Wochen, wenn die Kinder die Laute anhand der Sprechbewegungsbilder kennen und auch Wörter lesen und legen können, wird jedem Laut die optische Gestalt des Buchstabens zugeordnet.

Zunächst wird nur mit Großbuchstaben gearbeitet. Kleinbuchstaben kommen aus folgendem  Grund erst später dazu: Großbuchstaben haben klar unterscheidbare Formen, man kann sie nicht verwechseln, bei den Kleinbuchstaben sind Verwechslungen aber sehr wohl möglich (z.B: b/d/p)


Nun werden kurze, einfache Geschichten in Großbuchstaben gelesen.

Parallel wird auch nach und nach jeder Buchstabe im Schreibheft vertieft geübt. Auf den richtigen Schreibablauf wird Wert gelegt, denn es sollen sich keine falschen Bewegungsabläufe einschleichen. Bald sind die Kinder in der Lage selbst Wörter  bzw. kurze Texte zu schreiben.

 Phase 3: Weiterführender Unterricht

Die Kinder sind nun in der Lage, Geschichten in Groß – und Kleinbuchstaben zu lesen. Sprechbewegungsbilder werden nicht mehr gebraucht.

„Leseschlau“ unterstützt den individualisierten Unterricht.

Es werden verschiedene Lehr – und Lernformen angeboten. Man findet ein vielfältiges Angebot an Arbeitsaufträgen und Materialien für den weiterführende Unterricht. Schon früh wird das individuelle Lernen der Kinder berücksichtigt und das selbstständige Arbeiten gefördert.


 

 

joomla template 1.6
template joomla